In naturschutzrechtlich strengen Großschutzgebieten – wie z.B. Wildnisgebieten der 2%-Kategorie - wird der Anspruch erhoben, Prozessschutz walten zu lassen. Das bedeutet, dass sich der Mensch konsequent in seinem Einfluss auf natürlich ablaufende Prozesse zurücknimmt und „Natur Natur sein lässt“.

Konsequenterweise bedeutet dieser Anspruch, dass Wildtiere in den Gebieten nicht mehr reguliert und - auch in Notzeiten - nicht mehr gefüttert werden sollen. Zu extremen Wetterereignissen – wie zu Beginn des Jahres 2019 mit meterhohem Schnee im Alpenraum – ist dann damit zu rechnen, dass Teile von Wildtierpopulationen an einen Hungerstod sterben. Nur ein natürliches Phänomen oder doch ein Akzeptanzproblem, das eine emotionale Brisanz hat und Zweifel am Prozessschutzkonzept aufkommen lässt?

 

Das vorrangig für MasterstudentInnen geeignete Projekt soll sich mit der Thematik auseinandersetzen. Anhand von Presseverlautbarungen und Reaktionen von gesellschaftlich relevanten Gruppen soll die Behandlung des Themas in der Öffentlichkeit analysiert und bewertet werden.


In drei Modulteilen werden folgende inhaltliche Ziele verfolgt:

 

Die Studierenden sind fähig, den aktuellen Zustand von Landschaften, Ökosystemen und Arten kritisch zu beurteilen. Sie verstehen streng wissenschaftliche und normbasierte Ansätze der Planung zu unterscheiden. Sie haben vertiefte Kenntnisse der fachlichen Hintergründe nationaler und internationaler gesetzlicher Regelungen in Bezug auf Landschaften, Ökosysteme und Arten (u.a. FFH-Richtlinie); biotische und abiotische Schutzgüter der Landschaftsplanungmit Bezug zu Werten, Normen und gesetzlichen Rückgangsursachen; Leitbilder; Maßnahmen der Landschaftspflege und Renaturierung von Ökosystemen (terrestrische und Gewässerökosysteme).

 

Vorlesung, Stegreif Übung und begleitende Exkursionen

 


Bodenkunde (Dr. Jochen Godt)

Vegetationsökologie (Dr. Petra Fischer, Vertretungsprofessur)


 

Die Veranstaltung wird von den Fachgebieten Landschafts- und Vegetationsökologie (u.a. Koordination) und Gewässerökologie / Gewässerentwicklung durchgeführt und stellt einen fachübergreifenden Einstieg in die ökologische Beurteilung der Landschaft anhand von vegetations- / bodenkundlichen und gewässerökologischen Analysen dar. Sie ist eine unverzichtbare Basis für den planerischen Umgang mit Landschaften und Ökosystemen.

 

Nach einer Einführung in theoretischer Form (Grundlage siehe auch Wintersemester) findet die Lehrveranstaltung in Form von ganztägigen Exkursionen (5 Termine, davon 4 obligat) statt. Die Exkursionen führen in die nähere Umgebung von Kassel (bis zum Harz), hierbei werden beispielhaft die prägenden Landschaftstypen mit ihren wichtigen Biotopmerkmalen (Vegetation, Boden/Geologie und Gewässer) vorgestellt.

Ziel der Veranstaltung ist es, den StudentInnen Fertigkeiten und Kenntnisse zu vermitteln, die sie für die Erfassung von Biotop- und Nutzungstypen und der entsprechenden landschaftlichen Situation bei unterschiedlichen Planungsaufgaben benötigen.

Das Modul findet in Form von 2 Teilmodulen (WS Theorie, SS Exkursionen/Theorie) statt und wird durch eine schriftliche Prüfung im SS abgeschlossen. Voraussetzung für die Anmeldung zur Prüfung ist der erfolgreiche Abschluss/Vorlage eines Kurzvortrages (WS), von Protokollen und die Erstellung eines Herbares.