Internationale Migration ist in vergangener Zeit zu einem immer wichtigeren politischen Thema geworden: sei es Präsendet Trumps Versprechen durch eine Mauer die „illegale” Migration in die USA zu unterbinden, oder aber Kanzlerin Merkels Ausspruch des „Wir schaffen das” auf dem Höhepunkt der sogenannten Flüchtlingskrise. Dem mainstream Globalisierungsnarrativ folgend wurde in den letzten Dekaden Arbeit, insbesondere Arbeit aus dem Globalen Süden, zunehmend mobiler. Mobilität und Einkommensgewinne der Migranten gehe dabei einher mit weitreichenden sozialen, politischen und ökonomischen Problemen in den Aufnahmeländern. Nicht zuletzt wird mit diesem diskursiven framing von Migration in allen westlichen Ländern Politik gemacht.

Das Seminar geht einen Schritt zurück und will dieses Narrativ des Zusammenhangs von Globalisierung und Migration überprüfen. Es nimmt eine politökonomische Perspektive ein und fragt in einem ersten Block nach der globalhistorischen Rolle von Migration und Entwicklung. In einem zweiten Block werden schließlich spezifische Probleme besprochen, die aus den Effekten der Migration erwachsen. Diese umfassen beispielsweise die Integration von Migranten und deren politökonomische Konsequenzen für Sende- und Empfangsländer, Remittances und deren Bedeutung für Entwicklung, sowie schließlich die politökonomische Einordnung des gegenwärtigen framings von Migration.

Teilnehmende Studierende sollten außerordentliche Lust an wissenschaftlichem Arbeiten sowie große Leselust ins Seminar einbringen. Sehr gute Englischkenntnisse sind hilfreich.


Das gegenwärtige Internationale System ist durch einen strukturellen Konflikt gekennzeichnet: Kapitalismus als emergente Makro-Ordnung ist zu schwach als dass sie sich global durchsetzen könnte. Weite Teile des Globalen Südens werden nicht über den Markt vergesellschaftet. In diesen Teilen ist Rente dominant und Arbeit zu schwach um Reallohnsteigerungen durchsetzen zu können. Das Seminar stellt sich drei Herausforderungen: In einem ersten Block wird Kapitalismus als makroemergente Ordnung auf Basis heterodoxer postkeynesianischer Theorien besprochen. In einem zweiten Block werden die politökonomischen Grundlagen der Nichtkapitalisierung des Globalen Südens besprochen. Schließlich behandelt der dritte Block des Seminars das Aufeinandertreffen und das Überlagern beider Ordnungen am Beispiel von Handel, Kapitalexport, und Migration und Remittances.

The contemporary International System is characterized by a major structural conflict: Capitalism understood as a macrosocial order of emergence is too weak to prevail on a global scale. Large parts of the so-called Global South are not sociated via the market and the social reproduction of ruling classes does not depend on market transactions but on political power in order to organize access to economic surplus. Here, the logic of economic rent is dominant and the bargaining power of labor is structurally too weak to get access to economic surplus through real wage increases. The seminar is structured in three blocks: first, capitalism as a macrosocial order of emergence is discussed following a heterodox post-Keynesian framework. A second block then accentuates on the political economy of the deformation of the Global South. Finally, a third block accentuates on intersections between both logics and highlights the examples of global trade, capital exports and migration/remittances.


Die AfD stellt als Bundestags-Novizin die größte Oppositionsfraktion. Gleichzeitig ringen die Volksparteien um Wählerstimmen und Mitglieder. Die politische Stabilität ist nicht nur in Deutschland ins Wanken geraten. Auch in anderen europäischen Ländern ist das Parteiensystem teils stark zersplittert und vom Aufstieg populistischer Kräfte tangiert. Erleben wir eine Krise der Parteiendemokratie, eine Vertrauenskrise der Volksparteien? Wie kann es Parteien gelingen, Vertrauen zurückzugewinnen? Wie ist dem breiten Wunsch nach mehr politischer Mitsprache nachzukommen? Wie verändert das Internet die politische Kommunikation? Im Seminar werden Entwicklungen, Herausforderungen und Krisensymptome der Parteiendemokratie reflektiert und Zukunftsprognosen sowie Reformansätze diskutiert.

Dieses Propädeutikum wird durch ein Tutorium begleitet, in dem die Techniken wissenschaftlichen Arbeitens praktisch angewandt werden. Unentschuldigtes Fehlen in der ersten Sitzung führt zum Platzverlust.

HINWEIS:

Bei diesem Belegungsverfahren können Sie unter einer Auswahl von Veranstaltungen Prioritäten (hoch, mittel, niedrig) vergeben. Bitte nutzen sie die Möglichkeit, mehrere Prioritäten zu vergeben, um Ihre Chance auf einen Platz zu erhöhen.

Der Zeitpunkt der Anmeldung ist nicht relevant für die Vergabe der Plätze! Die Verteilung der Plätze erfolgt am 15.10.2019.
Die Belegungen werden absteigend nach Fachsemester sortiert. Dadurch haben Teilnehmer aus höheren Fachsemestern einen Vorteil, der verhindern soll, dass diese ihre Studienzeit überschreiten. Nach dem Fachsemester entscheidet die gewählte Priorität und eine 16-stellige Losnummer. Das Zulassungsverfahren vergibt nach Möglichkeit die höchste Priorität (Priorität 1 = hoch). Wenn alle Plätze der höchsten Priorität schon belegt sind, werden die Belegungen mit niedrigerer Priorität vergeben.

Bei einer Überbelegung erfolgt die Platzzuweisung per Losverfahren.

Tutorium zum Propädeutikum Europäische Migrationspolitik WS 18/19 von Nicholas Henkel

Donnerstag 14:00-16:00 Uhr in der Kurt-Wolters-Straße 3, Raum: 1122 (ab 01.11.2018)

Global steigen weiterhin die CO2-Emissionen und die Emissionsentwicklung befindet sich derzeit nahe des "Worst Case"-Szenarios des Weltklimarats. Obwohl es ein weitverbreitetes Bewusstsein für den Klimawandel gibt und vielfältige klimapolitische Anstrengungen unternommen werden, ist die (internationale) Klimapolitik derzeit nicht in der Lage, den Klimawandel einzudämmen. Im Seminar beschäftigen wir uns zuerst mit verschiedenen Ansätzen, die Klimakrise theoretisch zu fassen. Vor diesem Hintergrund betrachten und analysieren wir dann die klimapolitischen Entwicklungen der letzten zwanzig Jahre. Wir wollen uns kritisch mit den Möglichkeiten und Hindernissen der Klimapolitik auseinandersetzen und nach Perspektiven beim Umgang mit der Klimakrise suchen.