„Lebst du schon, oder wohnst du noch?“
Konzepte für Freiräume im Wohnumfeld zwischen Verwaltung, Gestaltung und Aneignung

Studienprojekt im SoSe 2020

Lehrende: Stefanie Hennecke und Daniel Münderlein.

 Obgleich die Gestaltung von wohnungsnahen Freiräumen historisch fest mit der Disziplingeschichte der Freiraumplanung verbunden ist, wird diese bis heute zum Teil stiefkindlich behandelt. Bei der Schaffung von Wohnraum im 20. Jahrhundert wurde der Fokus oft auf die Gebäude gelegt, so dass der Freiraum eher aus einer Restflächengestaltung bestand, welche durch einen knappen finanzielle Rahmen weiter eingeengt wurde. Im Geschosswohnungsbau war zudem eine intensive Aneignung des Außenraums durch die Bewohner*innen seitens der Verwaltung oft kaum erwünscht, so dass Freiräume oft leblos und beliebig anmuten.

 Das Projekt macht es sich zur Aufgabe, in einem ersten Schritt existierende Freiräume von ausgewählten Wohnsiedlungen hinsichtlich ihrer Verwaltung, Gestaltung, des Gebrauchswertes zu analysieren. So können unter Anderem mögliche Verbindungen zwischen Wohnungsbauträger und Freiraum offengelegt werden. Darauf aufbauend werden im zweiten Schritt Verbesserungsvorschläge in Form von Freirauminterventionen oder gänzlich neuen Freiraumkonzepten entwickelt. Die Studierenden erarbeiten im Projekt unterschiedliche Analysemöglichkeiten von Sozialräumen und verknüpfen das entwurflich-gestalterische Arbeiten mit Ansätzen der Prozessgestaltung zur Belebung von Nachbarschaftsräumen durch die Förderung von individuellen Aneignungspraktiken mit dem Ziel der Schaffung von interessanten Lebenszusammenhängen im Wohnumfeld.