Bedeutet mehr Wirtschaftswachstum automatisch mehr Wohlstand? Dieser Zusammenhang wird klassischerweise in den meisten ökonomischen Theorien voraus- und bis heute politisch umgesetzt. So dreht sich der Konflikt zwischen neoliberalen und keynesianischen Positionen nicht darum, ob Wachstum wünschenswert ist, sondern lediglich wie es am besten erreicht (und verteilt) werden kann. Postwachstumsperspektiven, die angesichts zunehmender sozialer Ungleichheit und der fortschreitenden Klimakrise Aufwind bekommen haben, stellen dagegen nicht bloß die Mittel, sondern das Ziel an sich in Frage. Für sie gilt: Wachstum ist nicht gleichbedeutend mit Wohlstand. Für einige unter ihnen gilt sogar: Weniger Wachstum ist gleichbedeutend mit mehr Wohlstand (Degrowth-Perspektive).

 

Das MA-Seminar geht diesem fundamentalen Zielkonflikt nach. Es bietet Studierenden zunächst einen Überblick über einige prominente Postwachstumsansätze und ermöglicht ihnen dann die Vertiefung der theoretischen Einblicke durch Fallstudien sowie deren praktische Anwendung durch Autoethnographien.