Im Germanistikstudium wird der Fokus stark auf das Arbeiten mit schriftlichen Texten gelegt. Aber gerade nach einem Bachelorstudium der Germanistik – und auch schon währenddessen – werden Ihnen Fähigkeiten abverlangt, die allesamt auf Ihre Redekompetenzen zielen: Die mündliche Beteiligung in Seminaren, ob es Referate sind oder auch nur kurze Wortmeldungen, eventuell eine Tutor_innentätigkeit, sowie vom Bewerbungsgespräch bis hin zu den typischen Tätigkeiten im Kulturbetrieb, z.B. sich als Journalist_in ein komplexes Themengebiet schnell erarbeiten und die Inhalte verständlich weitervermitteln.
Die zentrale Aussage der Disziplin „Rhetorik” lautet: Jegliches Reden ist eine Inszenierung, die geübt werden kann und sollte. Und dieses Seminar soll den Raum dazu bieten, dies geschützt und angeleitet zu tun. Denn so, wie es verschiedene Menschentypen gibt – z.B. diejenigen, die spontan „drauflosreden” können – gibt es auch verschiedene Techniken, die man üben kann, um seine Schwächen zu überwinden, geschickt zu „verstecken” oder zu seinem Vorteil zu nutzen.
Im Seminar werden wir zunächst einen kurzen Blick auf die Geschichte der Rhetorik werfen, denn selbst aus den grundlegenden Erkenntnissen der antiken Tradition lassen sich schon viele nützliche Hinweise herausarbeiten. Danach werden wir dazu übergehen, anhand von verschiedenen Themen und Diskussionsarten besagte Techniken immer wieder zu üben und zu erweitern, sodass jede/r von Ihnen für verschiedene Redesituationen gewappnet ist. Dabei werden wir schließlich den Fokus auch auf gegenwärtige Präsentationsformen legen.