Willard Van Orman Quine (1908-2000) gilt als einer der bedeutendsten theoretischen Philosophen des 20. Jahrhunderts. Durch seine Kritik am logischen Empirismus und seine Konzeption einer naturalistischen und holistischen Erkenntnistheorie gab er entscheidende Impulse zur Begründung der modernen analytischen Philosophie. Das zentrale Anliegen seines Hauptwerks “Wort und Gegenstand” (1960) ist es, die Verbindung zwischen unserer Sprache und der Welt zu untersuchen. Anders ausgedrückt: Wie gelangen wir von dem “mageren Input”, dem wir als menschliche Wesen ausgesetzt sind, zu sinnvollem Wissen über die Welt, insbesondere zu den komplexen Theoriegebilden, aus denen unsere moderne Wissenschaft besteht? Obwohl sie zunächst trocken und abstrakt anmuten mögen, findet Quine originelle und anschauliche Wege, sich mit diesen Fragen auseinanderzusetzen, beispielsweise durch das Gedankenexperiment einer Linguistin, die die gänzlich unbekannte Sprache eines fiktiven Urwaldvolkes entschlüsseln und in ihre eigene Sprache übersetzen muss. Im Seminar werden zentrale Kapitel von “Wort und Gegenstand” gemeinsam gelesen und diskutiert.