Rechtspopulismus und Xenophobie ist ein international relevantes Thema in allen Gesellschaften. Es durchdringt die Politik und nimmt Einfluss nicht nur auf Asylpolitik, sondern auch auf Planung und Architektur. Monumente rechter Vergangenheiten bestehen weiterhin in unseren Gesellschaften und global werden neue solche Monumente geschaffen.

 

In diesem Seminar soll Klarheit über die für die Problematik relevanten Prozesse und Begriffe geschaffen werden und so Planern und Architekten die Fähigkeit gegeben werden sich kompetent mit dem Phänomen des Rechtspopulismus und der Xenophobie im Alltagsleben auseinandersetzen zu können und dies in ihre praktischen Planungsentscheidungen einfließen zu lassen.

 

Im Rahmen des Seminars erarbeiten die Studierenden an deutschen und internationalen Beispielen rechtspopulistische Projekte, die ihren Eingang in Stadtplanung und Architektur gefunden haben und eruieren Probleme sowie Vorzüge der Entscheidungen. Abschließend wird eine gemeinsame Zeitung erstellt, in der die rechten Bau und Planungsprojekte eruiert werden.

 

Lernziel ist das Verständnis von Rechtspopulismus und Xenophobie, Übung in der Literaturrecherche und dem Literaturreview, sowie den Einflüssen denen sich Architektur und Planung durch die Weltweite Rückkehr des Rechtspopulismus ausgesetzt sehen.


Empirische Methoden der Sozialforschung sind ein zentraler Bestandteil von Planungsprozessen, die die Bedürfnisse der Menschen tangieren. Für verschiedene Fragestellungen bieten sich unterschiedliche Methoden der Erhebung und Analyse an. Diese und der Umgang mit ihnen soll in diesem Seminar mit und von den Studierenden erprobt werden.

 

Lernziel ist es die Datenstruktur von städtischen und wissenschaftlichen Datensätzen zu verstehen sowie grundlegende statistische Analysemethoden mit dem Statistikprogramm SPSS durchführen zu können. Weiterhin sollen die Studierenden lernen verschiedene qualitative Interviewformen anzuwenden und auszuwerten, sowie einen Überblick über diverse andere qualitative Erhebungs- und Auswertungsmethoden zu erhalten. Abschließend soll die Kompetenz vermittelt werden, dass dem Untersuchungsgegenstand angemessene empirische Werkzeug auszuwählen und eventuell zu kombinieren.

 

Das Seminar wird in zwei Blöcken, am 4.11.2019 5.11.2019 während der Kompaktwoche und am 17.02.2020 und 18.02.2020 angeboten.


Jugendliche gelten im öffentlichen Raum häufig als „Störenfriede“ – sie hören laut Musik, skaten oder „lungern“ einfach nur herum. Auch in der Stadt- und Landschaftsplanung sind sie eine häufig vernachlässigte Bevölkerungsgruppe, die nicht gezielt an Planungsvorhaben, die den öffentlichen Raum betreffen, beteiligt wird.

In diesem Projekt wollen wir daher versuchen die Perspektive der Jugendlichen einzunehmen. Welche Räume in der Stadt sind von Jugendlichen nutzbar? Welche sind besonders attraktiv für sie? Wie eignen sie sich öffentliche Räume an und nutzen sie? Und wie könnte eine jugendgerechtere Planung öffentlicher Räume aussehen?

Um diese Fragen zu beantworten, werden wir uns zunächst eingehend mit der Fachliteratur beschäftigen. Im Anschluss soll es vor allem darum gehen empirische Antworten in und für Kassel zu finden. Dazu soll in einer intensiven Feldphase mit verschiedenen sozialräumlichen Methoden Jugendliche in Kassel befragt und beobachtet werden.

Das Projekt ist offen für MA- und fortgeschrittene BA-Studierende (mind. 4. Semester). Die Teilnahme setzt die Bereitschaft intensiver Literaturarbeit und das Interesse an eigenständigem Forschen voraus.

An den Rand der Stadt gedrängt zu werden oder keine sicheren Räume zur Aneignung zu besitzen, ist für viele Gruppen nach wie vor Alltag. Der notwendige Blick der Planung auf diese Form der Marginalisierung endet aber oft schon bei Fragen nach Einkommen oder Herkunft. Das Seminar konzentriert sich daher auf zwei vernachlässigte Perspektiven: welche Erfahrungen machen eigentlich Frauen und queere Personen mit räumlicher Marginalisierung? Welche Ansprüche haben sie an Stadt und Planung?

Neben den geschichtlichen Hintergründen (z.B. Suffragetten; Stonewall-Unruhen) werden auch Aspekte wie safe spacesInklusion vs. Exklusion sowie Intersektionalität behandelt. Anhand von Fallbeispielen und gemeinsamen Diskussionen soll schließlich eine Verbindung zur Planung (z.B. öffentliche Räume; Partizipation) hergestellt werden. Hierzu wird im Seminar überwiegend mit stadtsoziologischer Literatur gearbeitet, aber auch auf alternative Quellen wie Dokumentationen und zeitgenössische Literatur zurückgegriffen.

Literaturempfehlungen:

Hubbard, Phil 2001: Sex Zones: Intimacy, Citizenship and Public Space, in: Sexualities 4(1): 51-71.

Iveson, Kurt 2003: Justifying exclusion: The politics of public space and the dispute over access to McIvers ladies' baths, Sidney, in: Gender, Place & Culture 10(3): 215-228.