Bauausstellungen sind ein komplexes Präsentations- und Architekturphänomen, das besonders im deutschsprachigen Raum zu finden ist. Ihm voraus gingen die Ausstellungsexperimente der Kunstgewerbebewegung seit 1850. Der sich daraus konstituierende Werkbund ist der wichtigste Akteur bei der Organisation von Bauausstellungen von der Ausstellung „Die Wohnung“ in Stuttgart-Weissenhof 1927 bis zur „Interbau 57“ in Berlin. Bedeutend sind auch die Landschaftsplanungen, die das Narrativ jeder Ausstellung raumbildend ausspielen.

Im Seminar werden in Form von Referaten und Diskussionen maßgebliche Bauausstellungen untersucht. Ein Besuch des Weissenhofs und ein Gespräch mit dem Intendanten der kommenden Bauausstellung in Stuttgart 2029, Andreas Hofer, runden die studentischen Untersuchungen ab.

Als Ergebnis des Seminars entsteht ein Überblick über den historischen Wandel von Konzepten und Gestaltung von Bauausstellungen. Die Kenntnis verschiedener kuratorischer Praxen gibt den Studierenden die Möglichkeit, eigene zukünftige Ausstellungsgestaltungen vor einem geschichtlichen Hintergrund zu reflektieren.


Am Rande Europas gelegen und oft auch am Rande der europäischen Architekturgeschichte betrachtet, beinhaltet die schwedische Architekturgeschichte eine vielfältiges Architekturgeschehen, interessante Bauten und ist nicht zuletzt ein Spiegel der nordischen Kulturgeschichte: die Jahre der schnellen Urbanisierung um die Jahrhundertwende 1900 und der schwedische Jugendstil – „Nationalromantik“; die Jahre der Demokratisierung und des nordischen Klassizismus; die Etablierung des Wohlfahrtstaates in den 30-er Jahren, die eng verbunden war mit seiner architektonischen Version, dem „Funktionalismus“ und schließlich die Nachkriegszeit mit den großskaligen Wohnungsbauprojekten als Reaktion auf eine weitere Urbanisierung. 

 

Ziel des Seminars ist es, einen sowohl breiten als auch vertiefenden Einblick in die schwedische Architektur- und Kulturgeschichte zu geben: wie sah das schwedische 20. Jahrhundert in der Architektur aus? Wie wurden Trends, Strömungen und Richtungen aus europäischer Kunst und Architektur importiert und interpretiert, was waren die genuin nordischen Entwicklungen? Was sind die Hintergründe und wie ist die Geschichte dessen, was uns als „Scandinavian Design“ heute oft begegnet? Bekannte Architekten wie Gunnar Asplund oder Sigurd Lewerentz werden hier in ihren nationalen Kontext gesetzt, viele andere Architekten und Gebäude werden wir zusammen kennen lernen. Das Seminar wird sich mit der gesamten Breite der Bauaufgaben - vom Wohnungsbau über öffentliches Bauen bis hin zum Städtebau - befassen. 

 


Grundlagenwissen zur Geschichte der Architektur, der Stadt und der Kulturlandschaft in ihren jeweiligen planerischen und gestalterischen Ausprägungen. 

Lernergebnisse, Kompetenzen (Qualifikationsziele):

Die Studierenden haben ein grundlegendes Verständnis von der  Geschichte der ‚gebauten Umwelt‘ und der Entstehung der mitteleuropäischen Kulturlandschaften mit ihren gesellschaftlichen, kulturellen, politischen, technischen und ökonomischen Hintergründen, Rahmenbedingungen und Wechselbeziehungen.  

Vorlesung beginnt am Donnerstag, den 17.10.2019

Studienleistung: schriftlicher Bericht und mündliche Prüfung (GdgU_II)