Komponieren, improvisieren, mit Klängen experimentieren –  es gibt viele Möglichkeiten im Musikunterricht Schülerinnen und Schüler Musik erfinden zu lassen. In Kompositionsprojekten, wie z. B. dem Projekt "Response", kooperieren Lehrerinnen und Lehrer mit Komponistinnen und Komponisten. Im Unterschied zu Komponistinnen und Komponisten, erfinden Schülerinnen und Schüler Musik häufig nicht alleine, sondern in einer Gruppe. In der Veranstaltung wird es um die besonderen Rahmenbedingungen und Anforderungen gehen, die das Musikerfinden im schulischen Kontext mit sich bringt. Dabei wird der Fokus auf Charakteristika offener Gestaltungsprozesse sowie auf dem Musikerfinden im Rahmen von Gruppenarbeiten liegen.

In allen gesellschaftlichen Bereichen sind Menschen und Kulturen näher zusammengerückt. Kulturelle Globalisierung bewirkt einerseits einen Kulturwandel, verdeutlicht andererseits aber auch die kulturelle Vielfalt (cultural diversity). Die Diskussion ist längst im Gange, wie bzw. wo Gemeinsamkeiten gefunden werden können oder Differenzen gezogen werden (müssen) und wie dies die Arbeit in musikpädagogischen Bereichen und vor allem im schulischen Musikunterricht verändern wird bzw. soll.

Ausgehend von terminologischen Klärungsversuchen werden in diesem Seminar vor allem die theoretischen Grundlagen verschiedener inter-/transkultureller Ansätze behandelt. Dabei werden auch praktische und fachdidaktische Konsequenzen diskutiert. 

Es handelt sich um ein interdisziplinäres Seminar in Kooperation mit dem Institut für Sozialwesen: Prof. Dr. Mechthild Bereswill (IfS) und ÜProf. Dr. Verena Freytag (IfM)

Industrie 4.0 steht für den umfassenden Einbezug digitaler Technologien und des Internets in die industrielle Produktion, insbesondere in der Logistik und der vernetzten Maschinensteuerung, um den Anforderungen der Zukunft zu entsprechen. In der Musikindustrie hingegen hat die Digitalisierung eine schwerwiegende Krise ausgelöst, zunächst durch private Kopien von CDs auf Datenträgern, dann durch illegale Musiktauschbörsen im Internet und zuletzt durch die Ablösung materieller Tonträger insgesamt durch Streaming etc. Sehr viel hat sich auch im Bereich Lizenzrecht und Verwertungsgesellschaften verändert, und die neuesten Innovationen wie dezentrale vernetzte Datenbanken (Blockchain), Crowdfunding oder Kryptonwährungen werfen bereits ihre Schatten voraus. Grund genug, in diesem Seminar die klassischen Strukturen der Musikindustrie zu rekapitulieren und sie als Musikindustrie 4.0 zu aktualisieren.



"Man kann sich durchaus an der Farbenpracht und dem zarten Duft der Blumen erfreuen, ohne irgendwelche theoretischen Kenntnisse über Pflanzen zu besitzen." (Dewey [1934]1988, S. 10) - In ähnlicher Weise gehen die meisten Menschen mit Musik um. Die Musikwissenschaft versucht indes, etwa durch Einbeziehen historischer Zusammenhänge, der Musiktheorie, von Wahrnehmungsvorgängen oder im Vergleich mit anderen Kulturen vertiefte Einsichten zu ermöglichen. Aber kann man Musik überhaupt 'falsch' hören? Welchen Wandlungen war das Hören im Verlauf der Geschichte unterworfen? Wie funktioniert das Zusammenspiel von Ohr und Gehirn beim Musikhören? Und welche Strategien werden in diesbezüglichen Forschungen eingesetzt? Anhand dieser und vieler weiterer Fragen erfolgt in dieser Veranstaltung ein Einstieg in das Fach der Musikwissenschaft. Gegenstand sind auch grundlegende Arbeitstechniken wie Texterschließung, Bibliotheksrecherche, Präsentation und Verschriftlichung von Ergebnissen.



Atonalität wird normalerweise mit Namen wie Arnold Schönberg und Parallelschöpfungen seiner Zeitgenossen im frühen 20. Jahrhundert in Verbindung gebracht. In dieser Vorlesung werden wir uns damit, aber auch mit frei-tonaler Musik, Geräuschkompositionen, Zwölftonmusik, Serialismus, Aleatorik, Free Jazz, Extreme Metal, Noise Punk, Industrial, Ambient und sonstigen "Wegen zur Atonalität" auseinandersetzen, und die jeweiligen musikästhetischen Wurzeln sowohl historisch als auch psychologisch herzuleiten versuchen. Umrahmt wird die Veranstaltung durch eine Einführung in die Theorie tonaler Tonsysteme zu Beginn und einen Ausblick auf aktuelle neurowissenschaftliche Erkenntnisse am Ende des Semesters. Durch die Abschlussklausur kann insbesondere der Modulbestandteil "Ästhetik" in L3M6 abgedeckt werden, die Veranstaltung kann aber auch für die anderen genannten Bereiche angerechnet werden.