Im unmittelbaren Austausch wird die Schnittstelle zwischen Musik und Malerei erforscht. Musikalische Strukturen, rhythmische Bewegungen und Klangformen werden in Bildzeichen umgesetzt, umgekehrt werden diese musikalisch interpretiert. Musikalisch werden Alltagsmaterialien und Bodypercussion zur Klangerzeugung eingesetzt; Tusche, Japanpinsel und Feder sind die zeichnerischen Werkzeuge. Durch die eigene künstlerische Erfahrung werden Zugänge zur Vermittlung von Musik und Kunst geschaffen.

Auch die Projektarbeit schließt sich dem Schwerpunkt dieses Semesters an und befasst sich mit dem Thema Hip Hop. Wie bei der Idee eines Gesamtkunstwerkes vereinen seine vier Grundelemente die verschiedenen Künste. Wir finden ein Verhältnis zur Musik (Djing), zur literarischen Sprache (Rapping), zum tanzenden Körper (Breakdancing) und zur bildenden Kunst (Graffiti) wieder. Hinzu kommen noch Geschichten und Praktiken aus einer mittlerweile fast 50 Jahre alten kulturellen Bewegung, die von den afroamerikanischen Ghettos New Yorks die urbane Jugend der ganzen Welt erreicht hat. Ein buntes Universuum zwischen Subkultur und Industrie, Widerstand und Vereinnahmung, Lebensphilosophie und Kommerz, Authenitizität und Künstlichkeit. Genügend Material, also, um über die Grenzen eines Musikstils hinweg einen eigenen thematischen und künstlerischen Zugang zu finden. Wegen der starken Verankerung von Hip Hop im urbanen Gefilde, bietet es sich an raus aus dem Musikinstitut zu gehen und seine aktuellen Spuren in den Straßen Kassels zu verfolgen. Und vielleicht sogar die Form der Inszenierung in der Blackbox zu verabschieden und sich einem szenischen Parkour im öffentlichen Raum zu zuwenden.
 
Ziel des zwei semestrigen Seminars ist die kollektive Entwicklung und Aufführung eines szenisch-musikalichen Projekts.   
 
Die Veranstaltung findet in Kooperation mit den Teilnehmern der jeweiligen Seminare von Prof. Dr. Jan Hemming (Systematische Musikwissenschaft), Prof. Dr. Verena Freytag (Ästhetische Bildung und Bewegungserziehung) und Roman Beilharz (Popularmusik) statt. 
 
In zwei zweitägige Workshops werden Experten aus den unterschiedlichen Bereichen Einblick in die jeweiligen Praktiken geben.
 
Zusätzliche Workshops-Termine:
 
Freitag 24.05., 14-18 Uhr, Samstag 25.05., 10-18 Uhr
Freitag 21.06., 14-18 Uhr, Samstag 22.06., 10-18 Uhr

„Humor ist eine Haltung, Komik das Resultat einer Handlung. Humor hat man, Komik macht oder entdeckt man.”
                                                                                                                 (Robert Gernhardt)
 
Kann Instrumentalmusik komisch sein? Oder braucht sie nicht doch ein wenig Nachhilfe? Von der Sprache, vom Körper des Performers, vom szenischen und zeitlichen Kontext einer Aufführung? Natürlich, es gibt Musik die uns fröhlich und heiter stimmt. Kann uns aber absolute Musik wirklich zum Lachen bringen? Oder schmunzeln wir höchstens, kennerisch, weil wir einen Stilbruch oder einen intertextuellen Seitenhieb erkennen?
Überhaupt: Was ist Komik? In welchen unterschiedlichen Formen tritt sie auf? Und wie unterscheidet sie sich von Begriffen und Kategorien wie Ironie, Scherz, Satire, Sarkasmus, Witz, Parodie, Groteske usw.?


Ausgehend von diesen Fragestellungen werden wir nach Antworten suchen und diese dann auf der Bühne auf ihre szenisch-musikalische Umsetzbarkeit erproben. Im SS 2019 folgt dann mit derselben Gruppe die praktische Projektdurchführung und die abschließende Aufführung.