Das Seminar soll einen vertiefenden Einblick in die Methodik der verbindli- chen Bauleitplanung auf der Grundlage BauGB, BauNVO, PlanZVO sowie naturschutzrechtlichen Regelungen leisten. Mit dem Beschluss des Bundeskabinetts zur Novellierung des Bauplanungsrechts vom November 2016 soll die europäische Richtlinie “Zur Stärkung des neuen Zusammenlebens in der Stadt“ in Bundesrecht umgesetzt wer den. Mit der Novelle erfolgten wesentliche Neuerungen für das BauGB, die BauNVO sowie der TA Lärm

ln der Kompaktwoche im November 2018 ist eine 5-tägige Exkursion nach Venedig geplant. Neben einer Architekturexkursion zu prägenden historischen und zeitgenössischen Gebäuden Venedigs ist auch der Besuch der IUAV,

(Architekturfakultät der Universität Venedig) geplant, um internationale Studienkontakte auf- und auszubauen. Kern der Exkursion bildet ein 3-tägiger Besuch der Architekturbiennale Venedig, die weltweit als eine der wichtigsten Ausstellungen zu den aktuellen Problemen und Positionen in der Architektur und Stadtplanung gilt, vergleichbar mit der documenta Kassel für die bildende Kunst.

 

Die Exkursion findet im Rahmen des "Biennale Sessions Programm" statt. Dadurch werden den Teilnehmer*innen u.a. verschiedene Vergünstigungen wie deutlich minimierte Eintrittspreise und Verpflegung sowie Unterstützung bei der Durchführung eines Seminars (Technik und Räumlichkeiten) auf dem Biennale Gelände eingeräumt. Neben dem Aspekt der Internationalität der Ausstellung sollen die Teilnehmer*innen erleben, dass Ausstellungen zentrale Diskursorgane der eigene Disziplin sein können sowie sehr geeignete Vermittlungsformate für die Herstellung einer erweiterten Öffentlichkeit auch im Sinne einer erweiterten Baukultur. Die Exkursion wird seminaristisch vor- und nachbereitet.

Aufbauend auf den Fragestellungen des Seminars „Der Boden Fundament der Stadt“ von Prof. Stefan Rettich aus dem SoSe 2018 werden wir uns im Profilprojekt mit der Frage beschäftigen, welche Auswirkun- gen es bezogen auf die räumliche Gestaltung und Qualität zukünftigen Wohn- und Arbeitsverhältnisse hat, wenn der Boden und der Bodenpreis als nicht vermehrbares Gemeingut begriffen und aus der Spekulation heraus genommen wird und welche Spielräume sich aus den dann freigewordenen (finanziellen) Ressour- cen für die Entwicklung einer hochwertigen urbanen Umwelt ergeben. Welche Auswirkungen haben Mo- delle gemeinschaftlichen Wohnens und Wirtschaftens auf die räumliche Ausgestaltung von Wohnungen, Gebäuden und Freiräumen. Oder wir es in der Ausgabe der Arch+ 232: „An Atlas of Commoning: Orte des Gemeinschaffens“ formuliert wurde: Können neue Raummodelle „den offenen und emanzipatorischen Raum des Wir zurückerobern und neu definieren. Das Projekt fokussiert dabei auf Urban Commons. Darunter wird die Schaffung und Bewirtschaftung materieller und i¬¬mmaterieller kollektiver Ressourcen und Räume als Grundlage demokratischer Teilhabe verstanden. Dies bringt die Wortneuschöpfung commoning beziehungs- weise „gemeinschaffen“ zum Ausdruck.

Gemeinschaffen ist ein Prozess der Aushandlung von Unterschieden und Konflikten zwischen Individuum, Gemeinschaft und Gesellschaft. Ein Prozess der räumlichen Organisation der Beziehungen zwischen Produk- tion und Reproduktion, Eigentum und Zugang zu Ressourcen. Ein Prozess, in dem Solidaritätsnetzwerke ge- knüpft und die individuellen und kollektiven Rechte neu definiert werden. Das Projekt stellt die vorherrschen- den sozialen und politischen Strukturen infrage und sucht nach neuen Formen einer kollektiven und dennoch pluralistischen Governance. An Atlas of Commoning entfaltet ein Netzwerk der Ideen für ein solidarisches und emanzipatorisches Gemeinschaffen, welches das Individuum nicht in der Gemeinschaft gleichschaltet, son- dern das Einzigartige, das Andersartige und das Besondere zu entscheidenden Qualitäten des Miteinanders macht.“