Animal-Aided Design ist eine Planungsmethode, die das Vorkommen von Tierarten im urbanen Raum durch die Einbeziehung der Bedürfnisse dieser Arten in die Freiraumplanung ermöglichen soll. Im Rahmen des Projektes werden die ersten beiden Schritte der Methode am Beispiel der Kunsthochschule Kassel angewandt. Im Zentrum des Projektes steht die Durchführung eines realen Beteiligungsprozesses zur Auswahl von Tierarten und die Entwicklung von Maßnahmen zur Förderung ihres Vorkommens.

Der Protest gegen mangelnde politische Maßnahmen zur Vermeidung des Klimawandels wird in diesen Tagen breit diskutiert. Aus wissenschaftlicher Perspektive geht es darum, welche Initiativen zur Vermeidung des Ausstoßes von klimaschädlichen Substanzen in die Erdatmosphäre (Mitigation)  notwendig sind und welche Maßnahmen gleichzeitig in Angriff genommen werden müssen, um das Leben der Menschen an das sich bereits wandelnde Klima anzupassen (Adaptation). Aus gegebenem Anlass werden wir uns in diesem Seminar mit den wissenschaftlichen, praktischen und politischen Rollen der Freiraumplanung als Fachdisziplin in der Diskussion über den Klimawandel auseinandersetzen.

Vorlesung: Vorstellung historisch wichtiger Entwicklungen in der modernen Freiraumplanung, kritische Auseinandersetzung mit Leitbildern, Gestaltungen und Planungsverfahren anhand von Fallbeispielen.

Übung: Einüben von gestalterischen, wissenschaftlichen und planerischen Herangehensweisen in der Freiraumplanung


Fahrrad und Freiraum - Planungspolitische Diskussionen, Konflikte und Entwürfe

In Deutschland wird die Verkehrswende diskutiert. In Berlin war 2016 ein Volksentscheid in Kassel 2018 ein Bürgerbegehren für eine fahrradfreundliche Umgestaltung der Städte erfolgreich, in Berlin wurde daraufhin 2018 ein neues Mobilitätsgesetz verabschiedet. In Kassel wird vom 27. August bis zum 8. September die Ausstellung „Fahr Rad! Die Rückeroberung der Stadt” aus dem Frankfurter Architekturmuseum zu sehen sein. Anlässlich dieser Aktivitäten beschäftigen wir uns in diesem Seminar mit planungspolitischen Diskussionen, mit konkreten Entwürfen und realisierten Projekten rund um das Fahrradfahren in der Stadt, aber auch mit möglichen Konfliktfeldern, die ein „fahrradgerechter” Umbau der Freiräume einer Stadt mit sich bringen kann. Wie müssen urbane Freiräume gestaltet werden, wenn sich der modal split erheblich in Richtung Fahrradfahren verlagert? Wie verträgt sich der steigende Fahrradverkehr mit dem Zufußgehen und dem motorisierten individuellen oder öffentlichen Verkehr? Welche Auswirkungen hat die Vision einer Verkehrswende auf die Planungspolitik etwa im Rahmen der integrierten Stadtentwicklungsplanung? Kann eine „fahrradgerechte” Stadtentwicklung ähnliche Dysfunktionalitäten mit sich bringen wie das Leitbild der „autogerechten” Stadt?