Das Modul beinhaltet die Auseinandersetzung mit jeweils aktuellen strategischen Fragestellungen und Theorien zur Transformation von Raum und Gesellschaft. In diesem Semester beschäftigen sich die Vorlesungen und Prüfungskolloquien mit dem Thema „Der Wert des Bestandes”: Mit der Perspektive, dass der Schwerpunkt aller zukünftigen planerischen Tätigkeiten im Bestand stattfinden wird, und im Spagat zwischen Wachstumsideologie und „less is more” stellen sich uns Fragen zu vorhandenen Gebäuden und Freiräumen, urbanen Strukturen und Landschaften.

Neue Kooperationsformen? Wenn Zivilgesellschaft Stadt mitentwickelt.

Im Seminar werden zwei aktuelle Beispiele forschend untersucht und vergleichend analysiert: Das Haus der Statistik und die Entwicklung des Dragoner Areals. In beiden Prozessen haben bis zu fünf Kooperationspartner aus Kommunalverwaltung, Wohnungswirtschaft und Zivilgesellschaft Vereinbarungen geschlossen, um zentrale Grundstücke in Berlin gemeinsam zu entwickeln. Dabei ist nicht nur der Abschluss einer schriftlichen Kooperationsvereinbarung eine Neuerung, sondern auch der Zeitpunkt und die Dauer der Kooperationen. Ziel ist es Projektbiographien zu erarbeiten anhand derer Akteurskonstellationen, Prozessphasen und Strukturen herausgearbeitet und abgeleitet werden können, um folgende Fragen zu beantworten: Welche Verabredungen werden wann im Prozess von wem getroffen? Welche Elemente halten einen Prozess stabil? Welche Ressourcen können und müssen die beteiligten Akteure aufbringen? Die Erkenntnisse werden vor dem Hintergrund eines weiteren Praxisbeispiels, der PlanBude Hamburg, diskutiert.

IMMER DIESE WIRKLICHKEIT

»Arbeitstitel: Konzept, Modellbau und Präsentation«. 

Konzepte entwickeln, Modell bauen und präsentieren sind der Alltag ihres Studiums. Modelle entstehen als Vorbereitung oder Konsequenz aus einem Konzept. Damit setzt ein, dass unterschiedliche Sprachen gleichzeitig sprechen. Ohne Konzept und Modell existiert kaum eine Präsentation. Die Präsentation klärt das in Konzept und Modell nicht Sichtbare verbal auf, während Konzept für Modell und Modell für Konzept sich ihrer Visualität und Sprache überlassen bleiben, um das mit verbaler Sprache nicht Bezeichenbare visuell zu bezeichnen. Es entsteht eine Wirklichkeit, die in Realität ganz anders sein kann. Wir wollen sehen, produzieren und argumentieren:


Modell ist nicht gleich Modell. 

Konzept ist nicht gleich Konzept.

Präsentation ist nicht gleich Präsentation.


In diesem Projekt fragen wir nach, sehen wir nach, bilden wir nach, schauen wir nach, bohren wir nach, kontrollieren wir nach, rüsten wir nach, prüfen wir nach, doppeln wir nach, ordnen wir nach, schreiben wir nach, formen wir nach, bessern wir nach und folgen wir nach Konzepten, Modellen und Präsentationen. Ziel ist Realität und Wirklichkeit von Konzept, Modell und Präsentation zu ergründen. Wir verhandeln Konzept, Modelle und Präsentationen, indem wir wöchentlich neu Modelle aus Konzepten, Konzepte aus Präsentationen, Präsentationen aus Konzepten, Konzepte aus Modellen und Modelle aus Präsentationen praktisch konzipieren, realisieren, inszenieren und reflektieren. Das Projekt ist ein Prozess: 


Die Herangehensweise verfolgt Strategien der Architektur.

Die Herangehensweise verfolgt Strategien der Kunst.

Die Herangehensweise verfolgt Strategien des Alltags.


Die Teilnahme am Projekt erfordert sehr hohe Eigenmotivation und große Neugierde, die eigene Arbeit und Haltung stets selbstkritisch frei entwickeln und herauszufordern zu wollen! Dafür bedarf es der Offenheit und Freude an Perspektiven-tauschendem Denken, intuitivem Handeln, offenem Sprechen und extrovertierten Präsentieren! Immer wieder neu werden wir experimentieren, inszenieren und materialisieren. Stets notwendig ist dabei ihre kontinuierliche Studienleistung: Eine eigene Fragestellung zu formulieren und diese selbstständig aktiv, genussvoll, kritisch, offen, sinnlich und wach weiter zu verfolgen. Darüber hinaus sollten Sie Freude und Bereitschaft an gemeinsamem Arbeiten und Kommunizieren mit der Projekt-Gruppe mitbringen. Während des Semesters werden Sie selbstständig alleine sowie in der gesamten Projektgruppe an unterschiedlichen Arbeitsprojekten arbeiten. 


Sie mit ihrer Wahrnehmung und Weltsicht 

sind Modell für Modell, Konzept und Präsentation,

um Projekt und Arbeitstitel einen spezifischen Namen zu geben.


Erstes Projekttreffen:

Di., 22.10.2019 um 15:00,


dann wöchentlich Mo. & Di. 14–19 Uhr,

sowie alle 3 Wochen zusätzlich Mi. 14—19 Uhr

im Atelier Bau Kunst Erfinden, K10, Henschelstraße 2, 3. OG.

Die Teilnahme an diesen Terminen ist verpflichtend.


Bitte unbedingt pro Person zum 1. Treffen mitbringen:

1x ein Modell nach Wahl 

1x ein Konzept nach Wahl

1x ein Parameter nach Wahl