Prof. Gert Rosenthal

M.Sc. Nils Stanik

M.Sc. Vincent Aljes

FB06.515

12 Credits / 8 SWS

Grünland ist eine wichtige Flächenkategorie nicht nur für die Landwirtschaft sondern, zunehmend auch für die Landschaftsplanung. Als anthropogenes Ökosystem ursprünglich durch Waldrodung und andere archaische Landbewirtschaftungsformen (Mahd, Beweidung) entstanden, bedeckt es heute mit über 40 % einen erheblichen Teil der landwirtschaftlichen Nutzfläche und mit ca. 20% auch der Fläche Deutschlands. Artenreiche Grünlandökosysteme wie zum Beispiel Kalktrockenrasen, Borstgrasrasen und Glatthaferwiesen allerdings sind selten geworden: Grünlandumbruch, Nutzungsintensivierung, starke Düngung und Nutzungsaufgabe führten bereits seit den 1950er Jahren zu ihrem Rückgang. Argumente für den Schutz dieser naturschutzfachlich besonders wertvollen Ökosysteme ergeben sich dabei nicht nur aus seiner Produktionsfunktion für die Landwirtschaft, sondern zunehmend aus anderen wichtigen Ökosystemleistungen, wie z. B. ästhetischen Funktionen für die Schönheit der Landschaft und die Erholung, Regulationsfunktionen als CO2-Senke und Erosionsschutz sowie Habitatfunktionen für Vögel und Insekten. Gleichzeitig klaffen zwischen diesen erweiterten gesellschaftlichen Wertzuweisungen auf der einen Seite und der Bereitschaft der Gesellschaft diese bzw. die Erzeuger dieser Leistungen auch gerecht zu entlohnen, auf der anderen Seite immer größere Lücken. Es sind nicht nur die geringen Produktpreise, die wir für extensiv produzierte agrarische Produkte bereit sind zu zahlen (z. B. Fleisch, Milch etc.), sondern auch falsch zugeschnittene oder fehlfinanzierte Förderprogramme (z. B. das HALM-Programm in Hessen), die es den Landwirten nicht gerade ergiebig erscheinen lassen, diese Flächen nach ökologischen Gesichtspunkten weiter nachhaltig zu bewirtschaften. Mit den Folgen, z. B. der weiteren Verschlechterung der FFH-Erhaltungszustände und Strafzahlungen an die EU hat Hessen derzeit zu kämpfen, mal abgesehen davon, dass wir als Gesellschaft die von uns gewünschten o.g. Ökosystemleistungen nicht mehr bekommen. Mit dieser konfliktären Situation in einem interessanten ökologisch-politischen Grenzgebiet, das aktuell einen Forschungsschwerpunkt unseres Fachgebiets darstellt, wollen wir uns in Seminar- und Kleingruppenarbeit beschäftigen und schauen, wo sich Lösungsansätze ergeben könnten.

Dr. Mathias Lohr

Seminar

VeranstaltungsNr. FB06.115

SWS 2

Credits 3

Max. Teilnehmer 15

Bedeutung und Verwendung von Tieren als Ziel- und Indikatorarten in der Landschaftsplanung, z.B. Eingriffsregelung. Erfassungsmethoden. Bewertungsrahemn u.a. Fauna-Flora-Habitat Richtlinie, BNatschG. Erhaltungs- und Renaturierungsmaßnahmen für Tiere. Schwerpunkt Artengruppe der LV sind Libellen, wobei auch Bestimmungsübungen an Exuvien durchgeführt werden.

Prof.  Dr. Gert Rosenthal

Dr. Jochen Godt

M.Sc. Nils Stanik

Dipl.-Ing. M.Sc. Jens Eligehausen

VeranstaltungsNr. FB06.039

SWS 6

Credits 2+2+2

Vegetationsgeschichte, Pflanzengesellschaften, Vegetation und Standort, Vegetationsdynamik, Vegetationskartierung, angewandte Vegetationsökologie, Beispiele wichtiger mitteleuropäischerVegetationseinheiten. Indikatoreigenschaften von Ökosystemen und Arten.




Im Rahmen dieses Moduls wollen wir uns vertieft mit Wintergästen in unseren Landschaften beschäftigen, diese auf Exkursionen erleben und die von ihnen in dieser Zeit genutzten Lebensräumen kennenlernen. Der thematische Schwerpunkt Wintergäste bezieht sich auf Zugvögel, die in den kommenden Monaten zu Gast in unseren Landschaften während ihres Zugs sind. Wenn es die Corona-Lage im Wintersemester zulässt, wollen wir Exkursionen zu Rastquartieren machen, die im Herbst 2020 und März 2021 stattfinden sollen. Mögliche Ziele für die Exkursionen können u.a. die Festlandsküste der Nordsee bei Cuxhaven und der Dollart sein.

Dieses Modul richtet sich am Masterstudierende in L (primär der Vertiefung ULM). Für die Exkursionen ist ein Zuschuss aus QSL-Mittel vorgesehen. Studienleistungen sind die Teilnahme an den Vor- und Nachbereitungstreffen sowie den offiziellen Exkursionen. Die Prüfungsleistung stellt eine thematische Ausarbeitung zu dem Thema mit integrierten Exkursionsprotokollen dar.

Die Anmeldung für das Modul erfolgt per Mail an Nils Stanik (bis spätestens zum Beginn der Veranstaltungszeit). Nach der Anmeldung erhaltet ihr den Einschreibeschlüssel für den Modulkurs auf Moodle, zu dem ihr euch darauf hin ebenfalls einschreiben müsst. Die beschränkte Zahl an Plätze werden nach Reihenfolge der Anmeldung und verbindlichen Einschreibung bei Moodle vergeben.