Hinweise:

  • Das Lehrangebot ist teilweise in englischer Sprache.
  • Unabhängig von den Corona-Maßnahmen werden einzelne Veranstaltungen als Online-Veranstaltung stattfinden.

 

Das Seminar vertieft aufbauend auf planungstheoretischen Grundlagen Kenntnisse über Planungsverständnisse und Planungsmethoden. Ziel ist, in der Diskussion mit den anderen Studierenden ein eigenes Verständnis für Aufgabe und Rolle der räumlichen Planung zu entwickeln bzw. zu vertiefen.

In diesem Semester wird diese Diskussion aufgeweitet um einen Austausch um Master-Studierenden an der NMBU, Oslo und der University of Westminster, London. Ziel ist es, durch die direkte Kommunikation Ähnlichkeiten und Unterschiede im Planungsverständnis zu erkennen und zu diskutieren, inwieweit nationale Planungssysteme und -kulturen die Haltung und Praxis der einzelnen Planenden beeinflusst.

Aufgrund der unterschiedlichen Semesterzeiten an den beteiligten Hochschulen steht dieser Austausch im Kasseler Seminar am Beginn der Veranstaltung. In Interviews, Gruppendiskussionen und gemeinsamen Vorlesungen in englischer Sprache geht es insofern auch darum, Fragen für den weiteren Seminarverlauf zu generieren. Auch eine spezifische Schwerpunktsetzung ist möglich.

Hier werden die aktuellen gesellschaftlichen, politischen und ökonomischen Rahmenbedingungen der Stadt- und Regionalentwicklung in Deutschland und Europa reflektiert und in Beziehung zu aktuellen Strategien, Modellen, Konzepten und Methoden der Planung gesetzt. Die Veranstaltung nähert sich dabei den Themen von unterschiedlichen Standpunkten aus, einmal vom Selbstverständnis der Planerinnen und Planer, einmal von den anstehenden gesellschaftlichen Herausforderungen und schließlich von den Herangehensweisen, mit denen diese bewältigt werden.

Im Seminar stehen Schlüsseltexte der Planungstheorie, Denklogiken von Akteuren der Stadtentwicklung und der Handlungsspielraum öffentlicher Akteure im Mittelpunkt. Neben Kurzreferaten werden Essays, kleinere schriftliche und mündliche Übungen und andere Formen der semesterbegleitenden vertiefenden Auseinandersetzung genutzt.

This module is a 9-Day winter school that will be conducted between Kassel University –and Alexandria University – Egypt. It is part of a 2-year DAAD project under the title of “Kassalex – CCH - City, Community and Heritage: Culture Mapping as an approach for Integrated Urban Regeneration and Heritage Conservation strategies”. The winter school will take place during the excursion week from 6 to 14 November 2021. Participants are expected to study two case studies: Alexandria City center – Egypt and Hannover City Center– Germany.

Due to the pandemic and the restrictions of traveling worldwide, this winter school will be a mixture of online and presence. Participants from Kassel university will focus on the Hannover city center case, while those from Alexandria University will focus on the Egyptian case. The German and the Egyptian teams will then communicate the findings of the case studies during the winter school through online channels.

Participants from Kassel will join a 2-day excursion in Hannover to study the city center and meet with experts and officials from the municipality of Hannover. This excursion is funded through the DAAD project.

The workshop focuses on using a Cultural mapping methodology that started in 2010 by the Creative City Network of Canada as a tool to study the cultural heritage of both cases. The first two days of the workshop are dedicated to a series of inputs and discussions with experts from the Global North and the Global South that will explain the theory behind cultural mapping as well as presentations for best practices from various contexts around the world. 

Participants will work side by side in groups with guest fellows from Alexandria university (who stay in Kassel in the winter semester) as well as with participants from Alexandria University (online).

 

This module is graded based on three submissions:

Presentation at the end of the workshop on 14. November 2021

Draft Booklet (documentation for the process and outcome of the winter school) 14. November 2021

Final Booklet submission on 10 December 2021 (TBC)

An Info-Event (orientation about the winter school) will take place on Monday the 25 of October 2021 at 12 o’clock– A preparatory Meeting will take place on Monday the 01.11.2021. Two follow up meetings will take place on Monday the 22 of November and Monday the 29 of November 2021 for producing the final version of the Booklet.

Vorbehaltlich der Corona-Einschränkungen: 

Kuba-Exkursion

Vom 6. bis 20. März 2022 wird es – wenn Corona es zulässt – eine Exkursion mit Workshop nach Kuba geben. Diese findet im Rahmen der Hochschul-Kooperation des DAAD-Projektes mit der Universität Santa Clara statt. Diese Exkursion knüpft an die lange Zusammenarbeit der Uni Kassel mit den Kubanischen Partnern an. Inhaltlich geht es um das Thema „Klimaresiliente Stadterneuerung“. Als ein Schwerpunkt wird die Stadt Caibarien gewählt. Dafür liegen bereits Grundlagenarbeiten vor, an die angeknüpft werden wird. Neben Erkundungen zum o.g. Thema in Havanna und Isabela de Sagua rücken auch die Erfahrungen von Santa Clara in das Zentrum der Analyse. Der Workshop (Charrette) wird dann zur Küstenstadt Caibarien durchgeführt. Ziel ist es, Bausteine für das im Rahmen der DAAD-Kooperation zu erarbeitende Curriculum für eine Studiengang zur „klimaresilienten Stadterneuerung“ zu erproben. Es wird sehr eng mit den Partnern in Kuba zusammengearbeitet. Ob eine Erweiterung der Exkursion – wie bisher – nach Maimi möglich sein wird, kann noch nicht gesagt werden.

Nach der Exkursion ist ein Ergebnisbericht zu erstellen. Darin werden auch die Resultate des Einführungsseminars sowie die Workshopergebnisse ausgewertet. Diese dienen als eine Grundlage für Folgeprojekte in den kommenden Semestern.

Seminar und Exkursion richten sich an Bachelor- und Masterstudenten der Stadt- und Landschaftsplanung sowie der Architektur. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Eine Förderung wird angestrebt.


Zukunft Kleinstadt – Tiny City

Kleinstädte sind ein in der Öffentlichkeit, in der Forschung und Planung vernachlässigtes, aber essentielles Thema. Mehr als ein Drittel aller Menschen leben in diesen räumlichen Kategorien, die dem ländlichen Raum zugeordnet werden und deswegen per se als „peripher“ und „strukturschwach“ gebrandmarkt werden. Kleinstädte gehören zu den ältesten Städten Europas und prägen das Bild der „Europäischen Stadt“, dennoch stellen sie eine Randerscheinung dar. Natürlich sind diese Befunde zu prüfen. Es zeigt sich aber, dass es einen eklatanten Widerspruch gibt zwischen dem Bild der Kleinstand und der Realität. Es kann nicht bestritten werden, dass ökonomischer Wettbewerb, Stagnation, demografischer Wandel, Abwanderung etc. zum gravierenden Imageverlust der Kleinstädte beigetragen haben.

Es muss jedoch gefragt werden, ob nicht gerade auch Kleinstädte eine Chance für neue Entwicklungen, insbesondere unter Resilienzgesichtspunkten, darstellen. Liegt es nicht nur daran, dass die Kleinstädte dem Wachstumswettbewerb nicht standhalten, andererseits aber Möglichkeiten böten, wenn denn ihnen Aufmerksamkeit geschenkt werden würde, die sie verdienen? Es geht um den Bestand, aber auch um neue Überlegungen für „Tiny Cities“. Sind nicht gerade Kleinstädte in Krisenzeiten als mögliche Orte räumlicher Resilienz besonders gefragt? Verlangt nicht gerade der Klimawandel auch die Suche nach neuen Ansätzen – jenseits der Großstädte? Bieten nicht die Kleinstädte reale Alternativen zu Metropolen? Braucht es nicht einfach nur neuer Sichten auf die Kleinstadt und neuer Ideen für diese Räume?  

Damit sind erste Ansätze für das Projekt umrissen. Als Referenzbeispiel wird die stark vom Strukturwandel betroffene Stadt Zeitz in Sachsen-Anhalt gewählt. Sie ist eine alte Kultur- und Industriestadt, die stark geschrumpft ist seit 1990 und nun nach neuen Perspektiven sucht. Es gibt zahlreiche Kontakte zu dieser Stadt, die es ermöglichen, genaue Informationen zu erhalten.

Ziel:

Grundlegend neue Ideen und Konzeptionen auf unterschiedlichen Ebenen zum modellhaften, resilienzorientierten Umbau von Kleinstädten. Dafür werden generelle Ansätze erarbeitet bzw. dokumentiert sowie ein konkretes Beispiel bearbeitet – im Raum Halle-Leipzig (Zeitz).

Methode:

Es wird im Team und in Gruppen gearbeitet. Methodisch orientiert sich das Vorgehen an der Charrette. Es wird virtuell und – soweit möglich – analog gearbeitet. Am Beginn steht eine Ideenwerkstatt.

Grundlage:

Das Projekt knüpft methodisch an das Projekt „change the urban sprawl“ aus dem WS 20-21 an.

Ergebnis:

Magazin R009

(vorläufiger) Zeitplan

KW42: Erste Projektsitzungen (Do. 21.10.)

KW43: Aufgabenstellung und Reflexion

KW44: Annäherung an das Projekt (Studierendeninputs), Inhaltliche und organisatorische Vorbereitung der Exkursion

KW45: Exkursion

KW 46: inhaltliche Auswertung Exkursion (intern)

KW 47: Auswertung, Konzeptarbeit

KW 48: Klausursitzung (Minicharrette)

KW 49 / 50: Konzeptentwicklung, Konsultationen, 16.12.: Zwischenpräsentation

KW 2: Auswertung Zwischenpräsentation

KW 3: Ausarbeitungen/Redaktionsarbeit

KW 5: Ausarbeitungen

KW 6: Endpräsentation

KW 7: Rundgangswoche

Projekttag: Donnerstag wöchentlich, 14 – 17 Uhr. Zusatztermine werden vereinbart.

Literatur:

R005 „Change the Urban Sprawl“, Magazin des Projektes WS 20-21


Neue Wege zur Resilienz: Auf den Spuren von „Red & White-Queen“*

Das Thema Resilienz gewinnt immer mehr an Bedeutung. Die Pandemie, aber auch Klimawandel und sozial-ökonomische Verwerfungen erhöhen Risiken von urbanen Räumen. Städte sind zunehmend gefordert, Resilienz-Konzepte zu entwickeln. Im Seminar wird an aktuelle Literatur und Projekterfahrungen der Vergangenheit angeknüpft. Im Seminar soll – anknüpfend an neue Literatur – insbesondere den sog. „„Red & White-Queen“-Effekten, wie sie die Forschung bzgl. des Wachstumsparadigmas und der Enthistorisierung sieht, nachgegangen werden. Beides steht im direkten Zusammenhang mit Resilienz. Darin zeigt sich auch der experimentelle Umgang mit dem Thema im Forschenden Lernen – es werden neue Wege beschritten.

Das Ziel besteht darin, einerseits Grundsatzfragen zu stellen, aber andererseits auch Handlungsspielräume von Kommunen zu erörtern. Dabei spielt der Umgang mit Ungewissheiten für die zukünftigen Entwicklungen eine besondere Rolle. Heuristik ist dafür das „Zauberwort“, wobei uns die „Red- & White-Queen“ Pate stehen. Das ist ein weites Feld für Planung und Forschung, zugleich aber auch eine Chance, sich in diesem Metier zu qualifizieren, was besondere Fähigkeiten beim Umgang mit strategischen Herausforderungen erfordert.

Das Format Forschendes Lernen ergründet spielerisch neue Möglichkeiten für die Erkundung von Wandlungen der Planung im Kontext des Klimawandels. In den letzten Jahren haben wir dafür verschiedene Formate erkundet und ausprobiert und eine Reihe von wiss. Resultaten erzielt, die auch veröffentlicht wurden. Wir betreten immer wieder Neuland. Das Ergebnis des Seminars offen!

Das Seminar Forschendes Lernen steht auch im Zusammenhang mit der Exkursion nach Santa Clara (Kuba) im März 2022 und will bestimmte Aspekte vertiefen, kritisch reflektieren und einen wiss. Beitrag für die resiliente Klima-Stadt erarbeiten. Auch dies soll veröffentlicht werden.

Das Modul richtet sich an Masterstudierende in S, aber auch in A und L. Es ist offen für Neueinsteiger. Voraussetzung ist vitales Interesse an ungewöhnlichen Formaten des Lernens, am Resilienzthema und gründet sich auf dem Eigenengagement der Studierenden für wissenschaftliches Arbeiten. Die Teilnahme am Seminar setzt keine Mitwirkung an vorangegangenen Seminaren des FL voraus, wohl aber eine Vorbereitung auf das Resilienzthema und das Forschende Lernen. Die Teilnehmer:innenzahl ist begrenzt (ca. 10). Literatur, Methoden und bisherige Ergebnisse werden im Laufe des Seminars selbst erschlossen. Es wird mit Zielnoten gearbeitet.

Das Seminar versteht sich als Labor („Masterlabor 2146“) und arbeitet werkstattmäßig. Das Seminar findet in der Regel freitags von 10.00 bis 13.30 Uhr statt, wobei je nach Forschungsverlauf zeitliche Modifikationen vorgenommen werden. Ob die digitale Seminarform beibehalten werden muss, hängt vom Verlauf der Corona-Pandemie ab. Bestandteil des Seminars ist eine Kurz-Exkursion. Die Ergebnisse des Seminars werden im open access-Magazin „Raum und Resilienz“ der Uni. Kassel bzw. der Fachzeitschrift „PlanerIn“ veröffentlicht.

Zudem werden wir zum Ende des Semesters wieder einen Diskussionsabend „Nach Feyerabend“ anbieten, der an den Philosophen und Wissenschafts-DaDa-isten Paul Feyerabend anknüpft, der 1977 in Kassel gelehrt hat und zu bedeutendsten Streitern für eine unorthodoxe Wissenschaft zählt.

Literatur:

*„Red & White-Queen“: nach Club of Rome & Bardi, U. (2013): Der geplünderte Planet, München, S. 271, Bezug auf Lewis Carroll (1871): Alice hinter den Spiegeln …

Kegler, H. (2021): Resilienz – Strategien & Perspektiven für die widerstandsfähige und lernende Stadt, BauweltFundamente, Basel